Mobility

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Ganz anders sieht es im Bereich der Pedelec und E-Bikes aus. Hier liegt der Elektromotor voll im Trend. Laut Aussage des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) wurden im Jahr 2014 rund 480.000 Pedelec (bis 25 km/h) beziehungsweise versicherungspflichtige E-Bikes verkauft, Tendenz steigend. Mittlerweile hat der Trend auch bei den Motorrädern Einzug gehalten.

Während früher Motorräder mit Elektroaggregat eher etwas für Enthusiasten ein Thema war, die vor allem den Umweltschutz vor Augen hatten, hat sich das heute grundlegend geändert. Hatten sich bisher nur einige Jungunternehmen und Startups mit der Entwicklung von Elektromotorrädern befasst, werkeln jetzt auch namhafte Unternehmen an einem Elektro-Bike. Selbst die kalifornische Traditionsmarke Harley Davidson setzt trotz der immensen Entwicklungskosten auf elektrische Aggregate.

Kürzlich präsentierte das amerikanische Vorzeigeunternehmen für Elektroantriebe „Tesla“ sein erstes lautloses Elektro-Bike-Konzept. Laut Aussage der Firmenleitung soll das futuristisch wirkende Bike in drei Sekunden von Null auf 100 km/h sprinten. Ein Wert, der so manchen Sportwagenfahrer vor Neid erblassen lässt. Allerdings fährt ein echter Motorradfan in der Regel lieber auf der Landstraße als auf der Autobahn und nur da macht eine solche Geschwindigkeit Sinn. Zudem liegt die Problematik wie beim E-Auto nicht in der Geschwindigkeit, sondern unter anderem in der Reichweite.

Diesen Markt der E-Motorräder dominiert bislang der ungleich kleinere Konkurrent Zero. Wenn Interessenten nach elektrischen Motorrädern suchen, müssen sie feststellen das man viele

Marken noch nicht kaufen kann. Während alle über die Zukunft des Elektroautos reden, hat die Entwicklung längst die Motorradbranche erfasst. Das Mass aller Dinge ist hier der kalifornische Hersteller Zero. Das Startup stammt zwar nicht aus dem Silicon Valley, so wie der Elektroauto-pionier Tesla, sondern aus dem benachbarten Scotts Valley, es bringt aber ansonsten alles mit, was man für eine Aufsteigergeschichte braucht. Zero wurde 2006 von Neal Saiki gegründet, der dafür seinen Job als Nasa-Ingenieur aufgab und sein erstes E-Motorrad entwickelte, natürlich daheim in der eigenen Garage.

Die Reichweite ist das grosse Problem aller Hersteller. Seit 2010 verkauft Zero auch in Europa elektrische Motorräder – und bietet das, woran die etablierten Hersteller bislang scheitern: eine akzeptable Reichweite. Denn wie beim Auto ist die grösste Hürde für die Elektromobilität auch beim Motorrad die Batteriekapazität. Sie ist auch der Grund, warum Harley sein E-Motorrad Livewire bislang nur auf kurzen Testfahrten einsetzt.

Marktanteil der E-Motorräder liegt bei 0,1 Prozent. Bislang sind die Verkaufszahlen von Zero noch gering. In Deutschland lag der Anteil am Gesamtmarkt aller Motorräder 2014 laut dem Industrieverband Motorrad (IVM) bei 0,1 Prozent. Doch auch das ist eine Gemeinsamkeit mit Tesla, dessen Marktanteil in Deutschland unter der Wahrnehmungsschwelle liegt, bei offiziell 0,0 Prozent nämlich.

Die Frage ist bei beiden Unternehmen: Geht ihre Wette auf die Zukunft der Elektromobilität auf?

Wir glauben, dass die E-Mobilität auf zwei Rädern sogar besser in Fahrt kommen kann als bei den

Autos. Es gibt viele Indikatoren, dass E-Motorräder ein Zukunftsmarkt sind, aber noch fehlen belastbare Zahlen.“ Ein Problem ist derzeit der vergleichsweise hohe Preis. Zwischen 10.000 und 18.000 Euro muss man je nach Akkuleistung für eine Zero-Maschine bezahlen.

Zero wird sicher ein ernst zu nehmender Wettbewerber für die etablierten Hersteller. Wir sind überzeugt, dass der Durchbruch kurz bevorsteht. Bis 2024 sagt man ein durchschnittliches jährliches Wachstum von mehr als 30 Prozent voraus. Auch die Konkurrenz erkennt an, was Zero bislang geleistet hat und es macht richtig Spass, diese Motrräder zu fahren.